Jupiter - Der Gott des Glücks, der Königsgott

Jupiter ist der größte und, nach der Venus, auch der hellste Planet in unserem Sonnensystem. Mit ihm, dem Beginn der transmarsischen Planeten, die sich durch besonders große Entfernung von der Sonne auszeichnen und zudem einen sehr lange Sonnenumlaufzeit besitzen, verlieren die Planeten an der rein individuellen Bedeutung im Horoskop. Sie bewegen sich so langsam, daß sie eher Zeitströmungen und Generationsaspekte verkörpern.
Wir kennen die Sehnsucht nach der Fülle, dem Überfluß, nach der in der Barockzeit vorherrschenden, überschäumenden Lebensfreude, nach der Großartigkeit des Lebens, die alle Höhen und Tiefen umgreift. Es dreht sich also um die Sehnsucht, die wir als unerschütterliche Daseinsfreude, als Liebe zum Leben bezeichnen können. Dieses uneingeschränkte: Ja zum Leben, das genährt wird von unserem Glauben an einen Sinn im Leben, auch in unserem eigenen Leben, wird von der Astrologie durch diesen Planeten erfaßt. Jupiter, der Göttervater, der Zeus der griechischen Mythologie.
Im Mittelalter wurde Jupiter fast ausschließlich als: Fortuna Major, das große Glück bezeichnet. Und auch heute wird er oft noch fälschlich als der Glücksplanet beschrieben. Doch schon bei der Betrachtung der Mythologie muß auffallen, daß der zürnende und Blitze schleudernde Göttervater nun nicht immer das harmonische, ruhende Glück sein kann. Jupiter ist mit dem griechischen Zeus dem germanischen Thor oder Donar (Donnerstag, der Tag des Donners, des Jupiters) gleichgesetzt. Solange die untergeordneten Götter und die Menschen ihm den gebüh-renden Respeckt zollten, kümmerte er sich wohlwollend um seine Untergebenen. Doch wurde er gereizt, waren seiner Wut keine Grenzen gesetzt. Hier sollte man sich der Tantalusqualen erinnern, an deren Erschaffung er beteiligt war.
Welches Prinzip aber vertritt der Jupiter in der Astrologie? Mit ihm ist in der Astrologie die Zielsetzung gegeben, aus allen Situationen das jeweils Bestmögliche zu machen, allem Erleben und Geschehen einen Sinn zu geben. Er symbolisiert das schöpferische Wagnis über das nur Zweckgebundene (Merkur), Ästhetische (Venus), Nützliche (Mars) und Notwendige (Saturn) hinaus.
Aus der psychologischen Sicht heraus würde am ehesten der Begriff der Reifung passen. Reife, wenn sie als das zu erreichende Optimum der Selbstentwicklung genommen wird. Somit ist ein Ziel gegeben, eine Aufgabe vorhanden. Sinnlosigkeit im Leben oder in einer Situation generell zu empfinden ist ein Verstoß gegen dieses Prinzip. So wird auch verständlich, daß Menschen mit einem positiven Jupiteraspekt oft als vom Glück verfolgt angesehen wurden und werden. 
Die Wertung des Geschehens in der Welt wird von Jupiter eher ethischen oder metaphysischen Dimensionen unterworfen. Er bezieht sich auf eine Sittlichkeit, die sich auf der Liebe zum Leben, auf Freude am Wachstum und auf wirklichen Erfolg gründet, nicht auf Unterdrückung und Verbote. Er urteilt nach sinnvoll oder sinnlos, echt oder unecht, nach gut oder böse. Nicht die fragwürdige Paragraphenmoral schwebt ihm hier vor, nicht die starren Grundsätze der gesellschaftlichen Verformung, sondern der Glaube an sittliche Werte und die sich daraus ergebende Würde des Menschen.
Das Jupiterhafte in uns erleben wir am allgemeinsten als eine Gestaltkraft, die uns zur Vollständigkeit drängt, zur ganzheitlichen Abrundung unseres Wesens, die wir als Ahnung in uns tragen, von der uns jedoch immer nur Einblick in einen augenblicklichen Lebensausschnitt gewährt ist.
Im Bereich des Jupiterhaften ist der Raum für Philosophie, für eine lebensnahe Philosophie, die also über das Leben und die Stellung des Menschen in diesem nachdenkt. Eine Beschäftigung mit Sinnfragen ist aber erst möglich, wenn die unteren Grunddaseinsbedürfnisse des Menschen erfüllt und gesichert sind. Dann können Fragen erörtert werden, die über das Alltägliche und den Egoismus hinausführen.
So findet Jupiter seine Entsprechung im Schützen und im Zeichen Fische. Zeichen also, in denen es um Sinnfindung und Loslösung vom Stofflichen geht. Die Jupiterkraft wird also von uns als ein gläubiges, hoffendes Vertrauen in das Leben und in unsere Entwicklungsmöglichkeiten, in unseren eigenen Zukunftsentwurf erlebt. Es ist eine Kraft, die uns weiter steuert, ohne den jeweiligen aktuellen Augenblick zu vergessen.
Und so finden wir den Jupiter-Charakter und seine Verzerrung im schenkenden Großmut und anmaßender Großspurigkeit; zwischen zukunftsgläubigen sich einsätzen für erkannte Werte und naiven Opportunismus, zwischen einem sinnvollem einsätzen seiner Begabung und einem Verpflichtungsgefühl gegenüber seiner glückhaften Veranlagung oder einem gelebten pharisäischen (selbstgerechten, heuchlerischen) Selbstgenuß.
Organisch ist dem Jupiter die Leber zugeordnet. Ein Organ, an der Assimilation beteiligt, welches zur Ernährung, zum Wachstum des Gesamten beiträgt. Und hier wird deutlich, was eine Überfunktion bewirkt. Es kommt zu Fettsucht, zu Überwucherug durch Maßlosigkeit. Völlerei ist sicher eine Verzerrung des Jupiters.
Das Jupiterhafte in seiner echten Form stellt zuerst den Sinn statt den Zweck in den Vorder-grund. Lebensfrömmigkeit statt Lebensangst dominiert, Zusammenschau steht dem Detailwissen gegenüber, Persönlichkeit dem Managertum, Sittlichkeit der Moralvorstellung.
So bleibt zu hoffen, daß die Menschen in führenden Positionen sich mehr dem Jupiterhaften zuwenden.

Zusammengefaßt steht in der Astrologie der Jupiter also für die Suche nach höherer Erkenntnis, für die Philosophie, die Religion, die Moral und Ethik. Seine Stellung erklärt, wie wir am besten unseren Horizont erweitern, denn er steht für die Expansion in allen Bereichen. Recht und Gesetze, die ihre Wurzeln in der Ethik finden, sind für ihn entsprechend. Die Gefahr liegt in einer zu dogmatischen, hochmütigen, exzessiven Sicht.

Wesensmerkmale:
Positiv
: Großzügigkeit, Toleranz, weise, erfolgreich, einsichtig, religiös, moralisch, vereinigend, «jovial», positiv, optimistisch, wohlwollend, gnädig

Negativ: Selbstherrlichkeit, autoritär, dünkelhaft, cholerisch, materialistisch, habgierig, Trägheit, maßlos, undiszipliniert, bombastisch, übertrieben, kritisch, geschwätzig.

Körperliche Entsprechung:
Leber, Fett, Cholesterin, Körperwachstum, Thymusdrüse, Geruchssinn, Dickdarm, Körperentgiftung

Soziale Entsprechung:
Männer in reifen Jahren (50 - 60), Richter, Priester, gehobene Positionen im Immobilien- und Bankwesen

Edelstein:
Topas

Metall:
Zinn

Hauptfarbe:
Purpur, violett

Nebenfarbe:
Ziegelrot, alle Formen von Blaurot(Schwellung als Bluterguß)

Tier:
Pferd

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