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Jesus Christus (von hebrä. Je(ho)shua „Jahwe ist
Hilfe”, arab. Isa) geb. gegen Ende der Regierungszeit Herodes des Älteren, ~4 vor in Bethlehem/Galiläa, aufgewachsen in Nazareth, gest. ~30/33 n. am Rüsttag des Passah-Festes (nach Johannes 19,31 am Freitag, den 14.
Nisan) in Jerusalem, soweit historische Figur. Der gelernte Zimmermann ist als Sohn Gottes Stifter des Christentums. Zusammen mit seinem Vater Kyrios und dem Heiligen Geist bildet er die christliche Dreiheit Trinitas. Sein
Leben und Wirken beschreiben die Texte des Evangeliums, die (soweit kanonisch) den ersten Teil des Neuen Testaments ausmachen, daneben zahlreiche, als Apokryphen aus dem offiziellen Kanon ausgeschiedene Bücher
(Thomas-Evangelium, Jakobus-Evangelium und viele mehr) und einige weitere Textststellen. In christlicher Vorstellung ist Jesus der Sohn Gottes und der Maria und Nachfahre Davids (Matthäus 1), der zur Erlösung der Menschheit
von der Erbsünde geboren wurde (Ziehvater war der Zimmermann Josef aus Nazareth) und alttestamentarischen Prophezeiungen entsprechend den (Kreuzes-)Tod erlitt und wiederauferstand. Seine Geburt wurde der Maria vom Engel
Gabriel angekündigt, die ihn auf übernatürlichem Wege jungfräulich gebar (vgl. Ambrosius). Die Geburt Jesu feiert die Christenheit zum Weihnachtsfest am 25. Dezember, um die Zeit der Wintersonnenwende. Schon aus der Kindheit
Jesu sind - außerkanonisch - einige Legenden überliefert. Einmal soll er mit anderen Kindern Vögel aus Ton geformt haben, seine flogen plötzlich davon. Etwas älter war er schon, als er für seinen Vater einen Tisch gezimmert
hatte. Joseph schalt ihn, da das Möbel zu kurz geraten war, worauf Jesus den Tisch kurzerhand in die Länge zog. Weiteres findet sich im Thomas-Evangelium. Bereits als Zwölfjähriger war er in der Lage, mit den Lehrern im
Tempel gelehrt zu disputieren (Lukas 2, 41ff.) Jesus empfing durch Johannes dem Täufer im Fluß Jordan die Taufe. Dabei verkündete der Heilige Geist in Gestalt einer Taube „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich
Wohlgefallen” (Markus 1,9-11, ähnlich bei Matthäus 3,17, Lukas 3,22 u. Johannes 1,32-34). Anschließend begab er sich in die Wüste, wo er 40 Tage lang Askese übte und dabei dreimal - erfolglos - vom Satan versucht wurde
(Markus 1,12-13). Jesus kehrte in die Öffentlichkeit zurück und begann, etwa 2 Jahre lang, den Anbruch des Gottesreiches (Basileia tu Theu) zu predigen. In Begleitung einer immer zahlreicher werdenden Anhängerschaft, deren
Kern der Zwölferkreis bildete, wirkte er zahlreiche Wunder, insgesamt erwähnen die vier kanonischen Evangelien ihrer 33. Das erste ist die Verwandlung des Wassers in Wein bei der Hochzeit zu Kana, weitere sind Krankenheilungen,
besonders durch Austreibung von Dämonen (Exorzismus), beispielsweise trieb er sieben Dämonen aus der Maria Magdalena aus, er erweckte drei Tote wieder zum Leben (z.B. Lazarus). Kennzeichnend für Jesu Lehre ist die Einkleidung
der Glaubensinhalte in Gleichnisse. Weil Jesus gegen den hergebrachten Kult Stellung nahm, suchte die vorherrschende Geistlichkeit ihm das Handwerk zu legen. Das gelang ihnen scheinbar, als sie ihn in Jerusalem mit Hilfe des
Judas Ischarioth festsetzen und vor den römischen Statthalter Pontius Pilatus brachten, der Jesus auf Betreiben der jüdischen Hohenpriester als „König der Juden”, also als Aufrührer gegen die Römer-Herrschaft, verurteilen
ließ. Es schloß sich der Kreuzweg an (siehe da). Auf der Richtstätte Golgatha wurde er gemeinsam mit zwei Mördern gekreuzigt. Als er starb, kam es zu einer Sonnenfinsternis, der Vorhang zum Tempel von Jerusalem riß
entzwei. Damit war die Mission des Jesus als menschliches Wesen erfüllt. Aus dem von Josef von Arimathäa zur Verfügung gestellten Grab erstand er nach drei Tagen wieder auf und zeigte sich erneut seinen Jüngern. Er forderte
sie zur Mission auf und wurde von einer Wolke in den Himmel getragen, wo er zu Rechten seines Vaters Kyrios thront. An das Ereignis der Auferstehung erinnert das alljährlich am Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlings
begangene Osterfest, vierzig Tage später folgt das Fest der Himmelfahrt Jesu. Am Ende aller Tage wird Jesus wiederkehren, um die Lebenden und Toten zu richten (Parusia). Bis dahin sieht der Katholizismus den Papst als
Stellvertreter Christi (Vicarius Christi) auf Erden. Wichtige Beinamen des Jesus sind Christus (der Gesalbte) und Messias. Eine Bezeichnung für Jesus als fleischgewordenes Wort Gottes ist Logos, nach dem
griechisch-hellenistischen Weltgesetz und der alles durchdringenden Weltvernunft der Stoiker. Als „Logos spermatikos” durchwirkt diese Denkkraft alles und bringt alles hervor. Jesus soll seine Kindheit auch in
Glastonbury, England verbracht haben und dort von Druiden unterrichtet worden sein. Als im 11. Jahrhundert päpstliche Gesandte Kenntnis erhielten, solches werde im Kloster von Glastonbury gelehrt, sandte man Truppen gegen das
Kloster, der Abt wurde gehängt und das Kloster zerstört.
Jesus steht im Mittelpunkt der neutestamentlichen Botschaft, dennoch sind die Nachrichten über sein Leben spärlich. Er wirkte auf Art eines Rabbi vor allem in
Galiläa, in seiner Anhängerschaft (Jünger) sind die Anfänge des Christentums zu sehen. Populär machten Jesus zu seinen Lebzeiten seine Predigten und seine Taten (Wunder). Nach den Evangelien war bereits seine Geburt von
übernormalen Zeichen begleitet, an Wundern werden unter anderem überliefert: Krankenheilungen, Fernheilungen, Totenerweckung, Wasserverwandlung, Stillung des Sturms, Brotvermehrung, Wassergehen, ASW, Stimme vom Himmel,
Verwünschung des Feigenbaums, Verklärung, besondere Umstände beim Tode (Erdbeben, Finsternis) und Auferstehung. Jesus selbst bezeichnete diese Taten als Finger Gottes und nicht als Demonstration besonderer ihm eignender
Macht. Unbeschadet ihrer theologischen Interpretation dürfen die Taten Jesus auch im Lichte der Parapsychologie betrachtet werden.
Mit freundlicher Genehmigung von: Andreas Zompro http://www.das-schwarze-netz.de
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