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Jahwe (hebrä. „Ich bin da”, „Ich werde sein”)
In ältester Zeit kannten arabische Stämme unter diesem Namen einen Berg- und Naturgott, der mit El, dem höchsten Gott der Kanaaniter, gleichgesetzt wurde.
Bei den Israeliten wurde Jahwe zum Eigennamen des einzigen und
ewigen Gottes, Schöpfer von Himmel Shamajim und Erde Eres, Richter der Völker und Herr der Geschichte seines Volkes Israel, mit dem er einen Bund (Berit) schloß. Er gab ihnen über seinen Propheten Mose das Gesetz und führt als
Jahwe Zebaoth („Jahwe der Heere”) ihre Truppen an. Er berief zahlreiche weitere Propheten, denen er sich über seine Engel Malaak oder direkt offenbarte.  Tetragramm
In 2. Mose 3,13f. gibt sich Gott dem Mose als „Ich werde sein, der ich sein werde” (Übers. Luther) zu erkennen. Den Namen Jahwe umgibt
besondere Heiligkeit. Das Dritte Gebot lautet: „Du sollt den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen”. Darum wird aus Ehrfurcht
vermieden, den Namen auszusprechen, man greift auf die appelative Bezeichnung Elohim oder Umschreibungen wie „El der Höchste” oder
„der Herr” zurück. Außer in den heiligen Texten selbst wird in koscherem (reinen) jüdischen Schrifttum auch die volle Ausschreibung
vermieden, man setzt dann zum Beispiel Go-t oder He-r. Ähnlich verfahren auch fromme Muslime. Die vier hebräischen Schriftzeichen JHWH (Vokale sind nicht überliefert) werden als Tetragramm bezeichnet (Jod-He-Vau-He).
In Anlehnung an den Namen Gottes wurden zahlreiche Personennamen gebildet, etwa Joshua, Johannes oder Jesus.
Der biblische Gott wirkt höchst widersprüchlich. Zwar gilt er als fürsorglicher, gütiger Vater. Das pflanzliche Opfer, das ihn der dritte Mensch
, Kain, darbringt, es ist dieses das erste Opfer überhaupt, weist er aber ab. Hingegen nimmt er das Schlachtopfer des Abel an. Somit
apelliert er an die dem Menschen eigene Anfälligkeit für Untugend, indem er Neid zwischen die Brüder sät und gleichzeitig das Töten
belobigt. Prompt kommt es zum ersten Mord der Menschheitsgeschichte, als Kain den Abel erschlägt (1. Mose 4,3-8). Jahwe wird aber als
sein mächtigster Widersacher der Satan gegenübergestellt, dieser tritt besonders im Christentum als Prüfer des schwachen Menschen auf, was manche Ungereimtheit erklärt.
Er gilt als allwissend, aber gerade mal gute 1600 Jahre nach Vollendung seiner Schöpfung reut ihm die Schaffung des Menschen. Die von
ihm gemachten ertränkt er in der Sintflut. Etwas halbherzig beläßt er aber Noah und seine Söhne sowie seine Frau und die Frauen seiner Söhne, allesamt ungeklärter Herkunft, am Leben.
Der christliche, aus dem griechischen stammende Eigenname des Gottes ist Kyrios, eine im 13. Jahrhundert aufgekommene Bezeichnung ist Jehova, eine Konstruktion aus dem Tetragramm JHWH und den Vokalen des Wortes Adonai.
Mit freundlicher Genehmigung von: Andreas Zompro http://www.das-schwarze-netz.de
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